Bundesverband Liberale Senioren

Bericht vom Liberalen Seniorenkongress 2018 Technische Entwicklungen und Digitalisierung – Chancen für die Älteren

am 20.10.2018 in Berlin im Hans Dietrich Genscher Haus

Zur Einführung stellte Loring Sittler, Experte für Fragen des gesellschaftlichen Wandels,  die Generali Altersstudie 2017 vor. Er berichtet über Konkretes, über die gesellschaftliche Ausgangslage des Lebens beim Altern. Er brachte Fakten, Möglichkeiten und auch Forderungen an die Politik, aktiv zu werden.

Im Panel 1 der Vorträge berichtete Dagmar Hirche, Vorstandsvorsitzende des VereinsWege der Einsamkeit e.V., über die Arbeit mit älteren Menschen 65+. Warum es so wichtig ist, diese Menschen in die digitale Welt mitzunehmen :  Kommunikation / Spaß / Spiele / Informationsmöglichkeiten / im Kontakt bleiben / sich die Welt nach Hause-ins Heim zu holen, wenn man nicht mehr mobil ist. Weiterhin wurden Aktivitäten vorgestellt, Ängste zu nehmen und Spaß und Neugierde zu wecken. In der Diskussionsrunde mit dem seniorenpolitischen Sprecher der FDP Bundestagsfraktion, Grigorios Aggelidis MdB, kam die Frage auf, in allen Altersheimen und altersgerechten Einrichtungen WLAN kostenfrei anzubieten.

Im Panel 2 informierte Dr. Rainer Wieching, Bereichsleiter Gesundheit und Prävention an der Universität Siegen, über die Technischen Entwicklungen in Gesundheits- und Prävention durch Robotik. Er stellte den derzeitigen Stand der Technik vor, wie man mittels Care Robotik ältere Menschen im täglichen Leben unterstützen kann. Und er gab auch einen Einblick in die rasante Entwicklung dieser Technik und welche Möglichkeiten es geben wird, auch die Pflege von älteren Menschen zu unterstützen. Dabei liegt der Focus auf Entwicklungsmodellen mobiler Roboterassistenten zur aktiven Unterstützung des Menschen. Besonders begrüßt wurde die Aussage, dass Roboter die Pflegenden im Wesentlichen entlasten sollen, um ihnen mehr Zeit für die persönliche Zuwendung zu ermöglichen. Nicole Westig, MDB und pflegepolitische Sprecherin der FDP Bundestagsfraktion, sprach in der Diskussion auch den Mangel an Pflegekräften an. Durch Unterstützung der Digitalisierung werden neue Möglichkeit eröffnet, solche Lücken zu schließen. Ethische Fragen den Einsatz solcher Techniken betreffend, sollten rechtzeitig unter Einbeziehung der Betroffenen in die öffentliche Diskussion gebracht werden.

Im Panel 3 stand das Thema Smart Home – Verbleib in den eigenen vier Wänden an, das durch Dr. Oliver Hüfner, Associate Partner Global Business Services IBM Deutschland GmbH erläutert wurde. Leben in den eigenen vier Wänden im Alter, die gesellschaftliche Teilhabe erhalten und noch mobil sein, dabei Angehörige und Pflegekräfte durch intelligente Techniklösungen zu entlasten, standen im Vordergrund dieses Vortrages. Es wurden Lösungen vorgestellt, wie durch Sensorik z.B. Bewegungsfolgen aufgezeichnet und Nachtaktivitäten im häuslichen Bereich festgehalten werden können, durch die vorausschauenden Meldungen an Angehörige und professionelle Betreuungskräfte abgesetzt werden können.. Am Beispiel einer Testwohnung wurde dies praxisnah erläutert. In der Diskussion stand auch die Vorsitzende  von LOAD e.V., Ann Cathrin Riedel für die vielen Fragen zur Verfügung. Dabei wurde u.a. gefordert, dass die Krankenkassen für solche SMART-HOME Systeme mehr tun müssen. Auch im  Datenschutz sollten durchgreifende Maßnahmen gegen Missbräuche von persönlichen Daten Platz finden.

Im Schlusswort stellte der Schirmherr des Seniorenforums 2018, Grigorios Aggelidis MdB fest, dass das Forum gezeigt habe, welche Chancen und Möglichkeiten sich durch die Digitalisierung auch für die Älteren in unserer Gesellschaft ergeben. Er sehe optimistisch in die Zukunft. Die Ergebnisse des Forums wolle er in die Fraktionsarbeit einbringen, um dementsprechende parlamentarische Initiativen auf den Weg zu bringen.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Liberalen Senioren, Detlef Parr, bedankte sich bei der Friedrich Naumann Stiftung für die gute Zusammenarbeit. Die Veranstaltung habe eine Fülle von Fragen angesprochen, aus denen sich nun auf einer guten sachlichen Grundlage politische Forderungen ableiten ließen.                                           

Eckart George

Stv. Bundesvorsitzender der Liberalen Senioren